Darfst du während des Studienkollegs arbeiten? 140 volle oder 280 halbe Tage pro Jahr, Mindestlohn 13,90 €/h, Jobarten und Praxistipps für 2026.
Ja, du darfst während des Studienkollegs arbeiten — aber mit strengen Grenzen. Nicht-EU-Studierende mit Studierendenvisum dürfen bis zu 140 volle Tage oder 280 halbe Tage pro Jahr arbeiten (seit der Regeländerung vom März 2024). Beim deutschen Mindestlohn von 13,90 EUR/Stunde (Stand Januar 2026) ergibt das ungefähr 500—800 EUR pro Monat, wenn du in der vorlesungsfreien Zeit regelmäßig arbeitest. Während des Semesters haben die meisten Studienkollegs 28—32 Unterrichtsstunden pro Woche plus Hausaufgaben — da bleibt kaum Zeit für bezahlte Arbeit.
Dieser Leitfaden erklärt die genauen rechtlichen Regeln, realistische Verdienstmöglichkeiten, die besten Jobarten für Studienkolleg-Teilnehmer und eine klare Warnung zum Balanceakt zwischen Arbeit und Feststellungsprüfung (FSP)-Vorbereitung.
Rechtlicher Rahmen: Was dein Visum erlaubt
Dein Recht auf Arbeit in Deutschland hängt von deiner Staatsangehörigkeit und deinem Visumstyp ab. So sieht die Aufteilung aus:
Nicht-EU-Studierende (Studierendenvisum / Aufenthaltserlaubnis)
Seit dem 1. März 2024 erlaubt das aktualisierte Aufenthaltsgesetz Nicht-EU-Studierenden:
| Art der Arbeit | Jährliches Limit |
|---|---|
| Volle Tage (8+ Stunden) | 140 Tage pro Jahr |
| Halbe Tage (bis 4 Stunden) | 280 halbe Tage pro Jahr |
| Freiberuflich / selbstständig | Nicht erlaubt ohne gesonderte Genehmigung |
| Studentische Hilfskraft (HiWi) | Zählt zum 140/280-Limit |
Ein “voller Tag” bedeutet jeder Tag, an dem du mehr als 4 Stunden arbeitest. Ein “halber Tag” sind 4 Stunden oder weniger. Du kannst beides nicht kombinieren — wenn du am Montag 5 Stunden arbeitest, zählt das als 1 voller Tag, und dir bleiben 139 volle Tage (oder das Äquivalent in halben Tagen).
Vor März 2024 lag das Limit bei 120 vollen oder 240 halben Tagen. Die Erhöhung auf 140/280 gibt dir ungefähr 3 zusätzliche Arbeitswochen pro Jahr.
EU/EWR-Studierende
Mit einem EU-, EWR- oder Schweizer Pass hast du uneingeschränktes Arbeitsrecht in Deutschland. Keine Tageslimits, keine Genehmigung nötig. Du kannst so viele Stunden arbeiten, wie du willst — wobei die akademische Belastung am Studienkolleg Vollzeitarbeit während des Semesters trotzdem unrealistisch macht.
Studienkolleg-Teilnehmer vs. Universitätsstudierende
Studienkolleg-Teilnehmer haben die gleichen Arbeitsrechte wie reguläre Universitätsstudierende. Die 140/280-Regel gilt für beide gleichermaßen. Allerdings fügen manche Ausländerbehörden eine Anmerkung auf dem Aufenthaltstitel hinzu, die besagt, dass Arbeit nur in der vorlesungsfreien Zeit gestattet ist. Hat dein Aufenthaltstitel diese Einschränkung, darfst du nur in den Semesterferien arbeiten.
Prüfe deinen Aufenthaltstitel sorgfältig. Schau dir den Abschnitt “Nebenbestimmungen” an. Steht dort “Beschäftigung nur in der vorlesungsfreien Zeit gestattet”, musst du deine Arbeit auf die Ferien beschränken.
Realistische Verdienstmöglichkeiten
Der deutsche Mindestlohn beträgt 13,90 EUR/Stunde seit Januar 2026 (gestiegen von 12,41 EUR im Jahr 2024). Hier siehst du, was du in verschiedenen Szenarien realistisch verdienen kannst:
Szenario 1: Nur in den Semesterferien arbeiten
Das Studienkolleg-Jahr hat zwei Hauptferienzeiträume:
| Ferienzeitraum | Dauer | Arbeitstage |
|---|---|---|
| Winterferien (Feb—März) | ~4—6 Wochen | 20—30 volle Tage |
| Sommerferien (Juli—Sept) | ~8—10 Wochen | 40—50 volle Tage |
| Kürzere Ferien (Feiertage) | ~2—3 Wochen gesamt | 10—15 volle Tage |
| Gesamt | 70—95 volle Tage |
Bei 8 Stunden pro Tag und 13,90 EUR/Stunde:
- 70 Tage: 70 x 8 x 13,90 = 7.784 EUR brutto pro Jahr
- 95 Tage: 95 x 8 x 13,90 = 10.564 EUR brutto pro Jahr
Nach Steuern und Sozialabgaben (minimal für Studierende mit einem Einkommen unter 12.084 EUR/Jahr) behältst du davon ungefähr 85—95 %.
Szenario 2: Gelegentlich im Semester + Ferien arbeiten
Falls dein Aufenthaltstitel es erlaubt, könntest du zusätzlich zur Ferienarbeit einige halbe Tage pro Woche im Semester arbeiten:
| Zeitraum | Stunden/Woche | Monate | Monatlicher Bruttoverdienst |
|---|---|---|---|
| Semester (Vorlesungszeit) | 8—10 h | 8 Monate | 480—600 EUR |
| Semesterferien | 30—40 h | 4 Monate | 1.670—2.225 EUR |
Brutto-Jahresgesamtverdienst: ca. 10.500—15.700 EUR
Das ist das maximale realistische Szenario. Aber lies die Warnung weiter unten, bevor du so ambitioniert planst.
Szenario 3: Minijob (520 EUR/Monat)
Ein Minijob zahlt bis zu 520 EUR/Monat und ist für dich steuerfrei. Der Arbeitgeber übernimmt sämtliche Pauschalsteuern und Sozialabgaben. Das ist die einfachste und häufigste Variante für Studierende. Bei 13,90 EUR/Stunde bedeutet ein Minijob ungefähr 37 Stunden pro Monat — also rund 9 Stunden pro Woche.
Ein Minijob zählt trotzdem zum 140/280-Tage-Limit. Jeder Tag, an dem du arbeitest — auch nur 2 Stunden — zählt als halber Tag.
Die besten Jobarten für Studienkolleg-Teilnehmer
Nicht alle Studentenjobs sind gleich praktisch. Die besten Jobs bieten flexible Arbeitszeiten, erfordern anfangs keine perfekten Deutschkenntnisse und liegen in der Nähe des Studienkollegs.
1. Gastronomie (Restaurants, Cafes, Bars)
- Bezahlung: 13,90—15,00 EUR/Stunde + Trinkgeld
- Arbeitszeiten: Abend- und Wochenendschichten, flexible Planung
- Deutschkenntnisse: Basis (B1) für Service, weniger für Küchenarbeit
- Vorteile: Trinkgeld kann effektiv 2—4 EUR/Stunde mehr bringen. Hohe Nachfrage nach Personal. Schichten am Wochenende verfügbar, wenn du keinen Unterricht hast.
- Nachteile: Körperlich anstrengend. Späte Arbeitszeiten können die Konzentration am nächsten Tag beeinträchtigen.
2. Nachhilfe (Tutoring)
- Bezahlung: 15—25 EUR/Stunde
- Arbeitszeiten: Komplett flexibel, du bestimmst deinen Zeitplan
- Deutschkenntnisse: Kommt auf das Fach an. Mathe-Nachhilfe erfordert weniger Deutsch. Englisch-Nachhilfe geht auch auf Englisch.
- Vorteile: Bester Stundenlohn. Festigt dein eigenes Wissen. Kein Anfahrtsweg bei Online-Nachhilfe.
- Nachteile: Unregelmäßige Nachfrage. Ein Kundenstamm aufzubauen braucht Zeit.
Wenn du in Mathe, Physik oder Englisch stark bist, melde dich auf Plattformen wie Superprof oder Tutoring.de an oder poste am Schwarzen Brett der lokalen Universität.
3. HiWi (Studentische Hilfskraft)
- Bezahlung: 12,00—15,00 EUR/Stunde (variiert nach Bundesland und Einrichtung)
- Arbeitszeiten: 10—40 Stunden/Monat, oft flexibel
- Deutschkenntnisse: B2+ für die meisten Stellen
- Vorteile: Akademisches Umfeld. Sieht gut im Lebenslauf aus. Kann Kontakte fürs spätere Studium bringen.
- Nachteile: Stellen sind umkämpft. Die meisten verlangen gutes Deutsch. Studienkolleg-Teilnehmer werden manchmal zugunsten regulärer Studierender übergangen.
Frage bei der Verwaltung deines Studienkollegs oder beim Career Service der angeschlossenen Universität nach verfügbaren HiWi-Stellen.
4. Einzelhandel (Retail)
- Bezahlung: 13,90—14,50 EUR/Stunde
- Arbeitszeiten: Schichtbasiert, auch samstags
- Deutschkenntnisse: B1—B2 für Kundenkontakt
- Vorteile: Regelmäßige Arbeitszeiten. In jeder Stadt verfügbar.
- Nachteile: Weniger flexible Planung als Nachhilfe. Langes Stehen.
Supermärkte (REWE, Edeka, Lidl), Drogerien (dm, Rossmann) und Bekleidungsgeschäfte stellen regelmäßig Studierende auf Minijob-Basis ein.
5. Lagerarbeit und Logistik
- Bezahlung: 14,00—16,00 EUR/Stunde
- Arbeitszeiten: Schichtarbeit, oft kurzfristig verfügbar
- Deutschkenntnisse: A2—B1 (wenig Kommunikation nötig)
- Vorteile: Leicht zu bekommen. Kein Kundenkontakt. Höhere Stundenlöhne.
- Nachteile: Körperlich fordernd. Oft außerhalb des Stadtzentrums.
Unternehmen wie Amazon, DHL und Zalando haben regelmäßig Kurzzeit-Lagerpositionen, besonders vor Weihnachten und in Ausverkaufsphasen.
So findest du einen Studentenjob
Online-Jobportale
- Jobmensa.de — Deutschlands größte Plattform für Studentenjobs. Filtern nach Stadt, Stundenzahl und Jobart.
- Studentenjobs.de — Ähnlicher Fokus auf studentenfreundliche Positionen
- Indeed.de — Allgemeines Jobportal. Suche nach “Minijob” oder “Werkstudent” + deine Stadt
- Kleinanzeigen.de — Lokale Kleinanzeigen, viele kleine Unternehmen inserieren hier
Studentenwerk-Jobbörse
Dein lokales Studentenwerk betreibt oft eine Jobbörse für Studierende. Prüfe die Studentenwerk-Website deiner Stadt oder besuche das Büro auf dem Campus.
Initiativbewerbungen
Geh in Restaurants, Cafes und Geschäfte in der Nähe deines Studienkollegs mit einem kurzen Lebenslauf (im deutschen Format). Viele kleine Unternehmen inserieren nicht online. Ein direkter Besuch zeigt Initiative und ist überraschend effektiv.
Career Service der Universität
Die Universität, die deinem Studienkolleg angeschlossen ist, hat normalerweise ein Career Center, das Studentenjobs ausschreibt und Hilfe beim Lebenslauf bietet. Studienkolleg-Teilnehmer können diese Services in der Regel nutzen.
Steuern und Sozialversicherung
Einkommensteuer
Deutschland hat einen Grundfreibetrag von 12.084 EUR pro Jahr (2026). Verdienst du weniger als diesen Betrag, zahlst du keine Einkommensteuer. Die meisten Studienkolleg-Teilnehmer mit Teilzeitjob bleiben unter dieser Schwelle.
Falls dein Arbeitgeber trotzdem Einkommensteuer vom Gehalt abzieht (was bei regulären Arbeitsverträgen passiert), bekommst du sie am Jahresende über die Steuererklärung zurück. Die Abgabe ist unkompliziert mit kostenlosen Tools wie Elster.de.
Minijob: Steuerfrei
Beim Minijob (bis 520 EUR/Monat) zahlst du null Steuern. Der Arbeitgeber übernimmt die Pauschalsteuer und Sozialabgaben für dich. Du musst keine Steuererklärung machen.
Sozialversicherung
Studierende, die während des Semesters bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten, sind von den meisten Sozialversicherungsbeiträgen befreit (das “Werkstudentenprivileg”). Du brauchst trotzdem eine Krankenversicherung, aber die läuft über deine studentische Krankenversicherung (ca. 120 EUR/Monat), nicht über den Arbeitgeber.
In den Semesterferien kannst du mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten, ohne das studentische Versicherungsprivileg zu verlieren, solange die Arbeit zeitlich begrenzt ist.
Sperrkonto und Arbeitseinkommen
Das Geld, das du durch Arbeit verdienst, beeinflusst dein Sperrkonto nicht. Das Sperrkonto ist eine Visumsvoraussetzung, die sicherstellt, dass du dich finanziell selbst tragen kannst. Arbeitseinkommen ist eine Ergänzung, kein Ersatz. Du brauchst trotzdem die vollen 11.904 EUR auf dem Sperrkonto, bevor du dein Visum beantragst.
Warnung: Arbeit vs. FSP-Vorbereitung
Dieser Abschnitt ist der wichtigste Teil dieses Artikels. Lies ihn sorgfältig.
Das Studienkolleg ist akademisch anspruchsvoll. Der Zeitplan sieht so aus:
| Aktivität | Stunden/Woche |
|---|---|
| Unterricht | 28—32 Stunden |
| Hausaufgaben und Selbststudium | 10—15 Stunden |
| FSP-Vorbereitung (in den letzten Monaten) | 10—20 Stunden |
| Gesamte akademische Belastung | 48—67 Stunden/Woche |
Einen Nebenjob dazu zu packen erzeugt einen Zeitplan, der schwer durchzuhalten ist. Studierende, die 15+ Stunden pro Woche während des Semesters arbeiten, berichten häufig von:
- Rückstand im Unterricht
- Unzureichende Zeit für die FSP-Vorbereitung
- Schlechtere Noten in den Klausuren
- Körperliche und mentale Erschöpfung
Die Feststellungsprüfung bestimmt deine gesamte Zukunft in Deutschland. Eine starke FSP-Note öffnet Türen zu begehrten Studiengängen. Eine schlechte Note — oder das komplette Durchfallen — bedeutet: ein ganzes Jahr wiederholen oder den Universitätsweg verlieren. Kein Nebenjob ist es wert, dieses Ergebnis zu gefährden.
Die empfohlene Vorgehensweise:
- Während des Semesters: Konzentriere dich komplett auf dein Studium. Falls du arbeiten musst, beschränke es auf einen Minijob von maximal 8—10 Stunden pro Woche.
- In den Semesterferien: Arbeite so viel, wie dein Visum erlaubt. Die 4—6 Wochen Winterferien und 8—10 Wochen Sommerferien sind deine Verdienstfenster.
- In den 2—3 Monaten vor der FSP: Hör komplett auf zu arbeiten und widme alle Energie der Prüfungsvorbereitung.
Studierende, die dieses Muster befolgen, verdienen genug, um ihr Budget aufzubessern (4.000—8.000 EUR/Jahr), ohne ihre akademische Leistung zu opfern.
Praktische Tipps für arbeitende Studis
Erst ein deutsches Bankkonto eröffnen
Du brauchst ein deutsches Bankkonto (Girokonto), bevor du Gehalt empfangen kannst. Die meisten Arbeitgeber zahlen nur per Banküberweisung. Eröffne ein Konto, sobald du deine Anmeldung (Wohnsitzregistrierung) abgeschlossen hast. Online-Banken wie N26 oder DKB sind bei Studierenden beliebt und bieten kostenlose Konten. Traditionelle Banken (Sparkasse, Commerzbank) sind ebenfalls eine Option — prüfe, ob dein Studentenwerk eine Kooperation mit einer lokalen Bank hat.
Steueridentifikationsnummer besorgen
Deutschland vergibt dir automatisch eine Steueridentifikationsnummer, nachdem du dich angemeldet hast. Du erhältst sie per Post innerhalb von 2—4 Wochen. Dein Arbeitgeber braucht diese Nummer, bevor er dich bezahlen kann. Falls sie nicht ankommt, kannst du beim Bundeszentralamt für Steuern anrufen und sie anfordern.
Lebenslauf im deutschen Format erstellen
Deutsche Lebensläufe unterscheiden sich von denen in den meisten anderen Ländern. Sie beinhalten:
- Ein professionelles Foto (oben rechts)
- Persönliche Daten (Name, Adresse, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit)
- Bildungsweg in umgekehrt chronologischer Reihenfolge
- Berufserfahrung (falls vorhanden)
- Sprachkenntnisse mit GER-Niveaustufen
- Datum und Unterschrift
Halte den Lebenslauf auf einer Seite. Viele Studentenwerk-Büros und Career Center bieten kostenlose Lebenslauf-Workshops für internationale Studierende an.
Gehaltsabrechnung verstehen
Deine monatliche Gehaltsabrechnung zeigt:
| Position | Bedeutung |
|---|---|
| Bruttolohn | Gehalt vor Abzügen |
| Lohnsteuer | Einkommensteuer (0 EUR beim Minijob) |
| Solidaritätszuschlag | Soli-Zuschlag (für Studierende meist 0) |
| Kirchensteuer | Kirchensteuer (0, wenn du keiner Kirche in Deutschland angehörst) |
| Krankenversicherung | KV (wird bei Studentenjobs normalerweise nicht abgezogen) |
| Nettolohn | Gehalt nach Abzügen (was tatsächlich auf deinem Konto landet) |
Beim Minijob sind Bruttolohn und Nettolohn identisch — du bekommst den vollen Betrag.
Deine Rechte als Arbeitnehmer kennen
Auch als Teilzeit-Studentenjobber schützt dich das deutsche Arbeitsrecht:
- Mindestlohn: 13,90 EUR/Stunde gilt für alle Beschäftigten, auch Minijobber. Keine Ausnahmen.
- Schriftlicher Vertrag: Dein Arbeitgeber muss einen schriftlichen Arbeitsvertrag bereitstellen. Arbeite nie ohne einen.
- Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Bist du krank, arbeitest du nicht, und dein Arbeitgeber zahlt dein Gehalt bis zu 6 Wochen weiter. Melde dich am ersten Tag krank und reiche spätestens am dritten Tag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ein.
- Kündigungsfrist: Die gesetzliche Mindestkündigungsfrist beträgt 4 Wochen. Kürzere Fristen gelten nur, wenn sie im Vertrag stehen und gesetzlich zulässig sind.
- Kein Rauswurf wegen Krankheit: Dein Arbeitgeber kann dich nicht einfach kündigen, weil du krank warst.
Bei Problemen mit dem Arbeitgeber — ausstehende Löhne, ungerechtfertigte Kündigung, Vertragsverstöße — wende dich an den AStA deiner angeschlossenen Universität. Viele bieten kostenlose Rechtsberatung an.
Häufig gestellte Fragen
Darf ich ab dem ersten Tag am Studienkolleg arbeiten?
Technisch ja — sofern dein Aufenthaltstitel Arbeit erlaubt und du das 140/280-Tage-Limit einhältst. In der Praxis sind die ersten Wochen am Studienkolleg intensiv: neue Stadt, neue Sprachumgebung, Anmeldung, Bankkontoeinrichtung, Kursorientation. Gib dir mindestens 2—4 Wochen zum Einleben, bevor du nach Arbeit suchst.
Was passiert, wenn ich das 140/280-Tage-Limit überschreite?
Über das Limit hinaus zu arbeiten ohne Genehmigung der Ausländerbehörde ist ein Visumverstoß. Die Konsequenzen reichen von einer formellen Warnung bis zur Abschiebung mit Wiedereinreisesperre. Dein Arbeitgeber ist ebenfalls verpflichtet, deine Arbeitsgenehmigung zu prüfen. Das Limit zu überschreiten lohnt sich nicht — führe deine Arbeitstage sorgfältig Buch.
Kann ich mit Sondergenehmigung mehr als 140 Tage arbeiten?
Ja, aber nur in Ausnahmefällen. Du kannst bei der Ausländerbehörde und der Bundesagentur für Arbeit eine zusätzliche Arbeitserlaubnis beantragen. Beide Behörden müssen zustimmen. Genehmigungsgründe sind etwa dokumentierte finanzielle Notlagen. Das Verfahren dauert mehrere Wochen, und eine Genehmigung ist nicht garantiert.
Zählen Praktika zum 140/280-Tage-Limit?
Ja. Jede bezahlte Tätigkeit — inklusive Praktika, freiberufliche Aufträge und HiWi-Stellen — zählt zum Jahreslimit. Unbezahlte Pflichtpraktika, die von deinem Studienplan vorgeschrieben sind, zählen nicht. Studienkolleg-Programme beinhalten allerdings selten Pflichtpraktika.
Was ist der Unterschied zwischen Minijob und Werkstudent?
Ein Minijob zahlt bis zu 520 EUR/Monat bei null Steuern für dich. Eine Werkstudenten-Stelle zahlt mehr (oft 14—18 EUR/Stunde), umfasst 15—20 Stunden/Woche und setzt eine Einschreibung an einer Universität voraus. Manche Arbeitgeber stufen Studienkolleg-Teilnehmer als Werkstudenten ein, andere nicht. Werkstudenten-Stellen bieten bessere Bezahlung und Berufserfahrung, erfordern aber mehr Zeitaufwand.
Darf ich freiberuflich arbeiten?
Dein Studierendenvisum erlaubt nicht automatisch freiberufliche oder selbstständige Arbeit. Du brauchst eine separate Genehmigung (Erlaubnis zur selbständigen Tätigkeit) von der Ausländerbehörde. Die Genehmigung für Studienkolleg-Teilnehmer zu bekommen ist schwierig, und der bürokratische Aufwand ist erheblich. Angestellte Arbeit (Minijob oder reguläre Beschäftigung) ist deutlich einfacher.
Beeinflusst Arbeiten mein Stipendium?
Falls du ein Stipendium erhältst, prüfe die Bedingungen sorgfältig. Manche Stipendienprogramme (z. B. Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung) kürzen Zahlungen, wenn dein Arbeitseinkommen einen bestimmten Schwellenwert überschreitet. Andere, wie HiWi-Stellen, sind kompatibel. Kontaktiere deinen Stipendiengeber, bevor du bezahlte Arbeit aufnimmst.
Wie führe ich Buch über meine Arbeitstage?
Führe eine einfache Tabelle oder einen Kalender, in dem du jeden Arbeitstag festhältst — inklusive Datum, Arbeitgeber und Arbeitsstunden. Dein Arbeitgeber dokumentiert das ebenfalls. Am Jahresende darf die Summe 140 volle oder 280 halbe Tage nicht überschreiten. Manche Studierende nutzen dafür ein spezielles Notizbuch, das sie zu jedem Termin bei der Ausländerbehörde mitbringen.
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